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Umgestaltung des Lueger Denkmals, Wien, Austria
- Standort: Lueger Platz, Wien
- Materialien: Glas,
- Größe: l 10,8m x b 10,8 m x h 11,2 m
Karl Lueger, Wien – Die Gier der Macht
Dieses Mahnmal in Wien konfrontiert auf eindrucksvolle Weise mit der problematischen Figur Karl Lueger und der Geschichte seiner Verehrung. Die ursprünglich glorifizierte Statue von Lueger wird von einem sechseckigen Glasblock aus Tafelglas umschlossen. Diese transparente Struktur entzieht der Figur ihre Verherrlichung, reduziert sie auf eine schattenartige Silhouette und macht sie für den Betrachter zu einem Reflexionspunkt.
Der Glasblock selbst ist bewusst neutral gehalten – ohne explizite Eigengestalt. Er wächst aus dem Grundriss des Denkmals heraus, symbolisiert die Notwendigkeit einer klaren, offenen und vollständigen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Gleichzeitig isoliert und konserviert er, ohne zu verdecken. Diese Balance fordert den Betrachter dazu auf, sich mit dem Schatten auseinanderzusetzen, den Lueger und seine Politik hinterlassen haben.
Die Installation geht über das Sichtbare hinaus und weckt drängende Fragen: Was bedeutete Karl Lueger für Wien, für die Geschichte des Antisemitismus und für den politischen Machtmissbrauch? Antworten auf diese Fragen liefert eine begleitende Betonwand, die im Mahnmalbereich aufgestellt ist. Diese Wand erzählt die Geschichte Karl Luegers und die weitreichenden Folgen seines politischen Handelns, insbesondere im Kontext von Antisemitismus und Rassismus.
Durch sachliche Darstellungen, historische Zusammenhänge und kraftvolle Zitate wird klar, dass Erinnerung nicht statisch sein darf. Das Mahnmal versteht sich als ein Ort für den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Es fordert die Auseinandersetzung und warnt eindringlich:
Antisemitismus beginnt in unseren Köpfen.
Dieses Mahnmal ist nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch eine Aufforderung zum Nachdenken und zur aktiven Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und ihren Lehren für die Gegenwart.

