
Skulpturale Reduktion, St. Pauli Kirche, Soest
Wettbewerbsbeitrag künstlerische Interpretation für ein Kolumbarium in Kirchen.
- Materielien: Glas, Eichenholz, Stahl
- Größe: l 6,5 m x b 3,25 m x h 2,7 m
Das Konzept: Kirche als „Gemeinschaft der Heiligen“
Die gotische St. Pauli-Kirche verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Ewigkeit, indem sie das christliche Bekenntnis zur „Gemeinschaft der Heiligen“ baulich und gestalterisch sichtbar macht. Diese Gemeinschaft umfasst die Lebenden und die Toten, die dauerhaft in Gott vereint sind.
Im hinteren, westlichen Teil der Kirche soll ein Urnenfriedhof entstehen, der als Kolumbariumsbereich gestaltet wird. Gleichzeitig bleibt der vordere Teil der Kirche ein lebendiger Ort für Gemeindegottesdienste, Taufen und Trauungen. Dabei ist es der Kirchengemeinde besonders wichtig, dass beide Bereiche harmonisch miteinander verbunden sind. Die Gestaltung soll eine spürbare Einheit schaffen, die die Verbindung zwischen Lebenden und Toten unter einem gemeinsamen (Kirchen-)Dach verdeutlicht.
Kolumbariumsbereich – Erste Ausbaustufe
In der ersten Ausbaustufe des Kolumbariumsbereichs wird das alte christliche Verständnis von der „Gemeinschaft der Heiligen“ konkret umgesetzt. Die Urnen der Verstorbenen verbleiben nach der 20-jährigen Ruhezeit in der St. Pauli-Kirche, wo sie zur ewigen Ruhe gebettet werden. Die Namen aller Beigesetzten werden in einem dauerhaft ausliegenden Totenbuch verzeichnet, das als Zeichen der Erinnerung und des Gedenkens für die Gemeinde zugänglich bleibt.
Dieses Konzept betont die enge Verbindung zwischen Lebenden und Toten, die sich nicht nur im Glauben, sondern auch im gemeinsamen Raum der Kirche ausdrückt. Die Gestaltung des Kolumbariums lädt dazu ein, über die Kontinuität des Lebens nachzudenken und Trost in der Vorstellung der bleibenden Gemeinschaft in Gott zu finden. So bleibt die St. Pauli-Kirche ein Ort der Begegnung, des Glaubens und der Erinnerung – ein Symbol für die untrennbare Verbindung zwischen Himmel und Erde.

